Wesentliche Ereignisse


Zur weiteren Verbesserung des Marktzugangs in Nordamerika erwarb Lufthansa am 22. Januar 2008 einen Minderheitsanteil an der JetBlue Airways Corporation. Für die rund 42 Millionen neu emittierten Aktien wurde ein Preis von 310 Mio. USD (214 Mio. EUR) gezahlt. Angesichts signifikanter Kursrückgänge sowie der Abwertung des US-Dollars wurden im ersten Halbjahr Wertberichtigungen vorgenommen, die sich im Finanzergebnis widerspiegeln. Eine Kurserholung der JetBlue Aktie in der zweiten Jahreshälfte wurde gemäß IAS 39 ergebnisneutral abgebildet. Dem Board of Directors von JetBlue gehören zwei von Lufthansa nominierte Mitglieder an. Neben Dr. Christoph Franz, CEO der SWISS, wurde am 18. August 2008 auch Stephan Gemkow, Finanzvorstand des Lufthansa Konzerns, in das elfköpfige Gremium der US-Airline bestellt.

Den ehemaligen SWISS-Großaktionären wurde per 20. März 2008 der Besserungsschein für den Tausch ihrer damaligen SWISS-Aktien ausgezahlt. Damit wurden insgesamt 339 Mio. CHF (rund 217 Mio. EUR) an die SWISS-Aktionäre gezahlt. SWISS wird seit dem 1. Juli 2007 vollständig konsolidiert.

Der Lufthansa Aufsichtsrat stimmte am 24. September 2008 einer strategischen Beteiligung an SN Airholding SA/NV, der Muttergesellschaft von Brussels Airlines, zu. Danach wird Lufthansa in einem ersten Schritt 45 Prozent an der SN Airholding zu einem Preis von 65 Mio. EUR erwerben. Darüber hinaus hält Lufthansa ab 2011, nach Sicherung der Luftverkehrsrechte von Brussels Airlines, eine Option zum Kauf der restlichen 55 Prozent, deren Ausübungspreis sich am wirtschaftlichen Erfolg der Beteiligung bemisst. Die Vereinbarung steht weiterhin unter dem Vorbehalt der Freigabe der Kartellbehörden.

Am 10. Oktober 2008 übte Sir Michael Bishop, in Vertretung von BBW Partnership Ltd., eine Option aus, die Lufthansa dazu verpflichtet, 50 Prozent plus einer Aktie der Anteile an British Midland plc (bmi) zu erwerben. Dies entspricht der Gesamtheit aller Anteile an bmi, die momentan von BBW Partnership Ltd. gehalten werden. Die Option ist Teil des am 9. November 1999 vereinbarten Shareholder Agreement von bmi. Für das Wirksamwerden der Option bedarf es kartellrechtlicher und regulatorischer Zustimmungen, die noch nicht erfüllt sind.

Am 3. Dezember 2008 stimmte der Lufthansa Aufsichtsrat dem Erwerb von bis zu 100 Prozent der Anteile an der Austrian Airlines AG (AUA) zu. Nach Zustimmung des Aufsichtsrats der Österreichischen Industrieholding AG (ÖIAG) wurde ein Verkauf des ÖIAG-Anteils an AUA in Höhe von 41,56 Prozent an Lufthansa vereinbart. Den Streubesitzaktionären wird Lufthansa ein öffentliches Übernahmeangebot machen. Der Angebotspreis wird dabei 4,49 EUR betragen und entspricht dem durchschnittlich gewichteten Börsenkurs der AUA-Aktie in den sechs Monaten vor der Ankündigung. Der Abschluss der Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die europäischen Kartellbehörden sowie der EU-Genehmigung einer Restrukturierungsbeihilfe durch den österreichischen Staat in Höhe von 500 Mio. EUR.

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